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Hände halte die Hand eines Babys

Der Ämterfahrplan für werdende Eltern

Viele Eltern fühlen sich im Laufe der Schwangerschaft zunehmend überfordert. Spätestens wenn man an die Zeit nach der Geburt denkt, kommen Zweifel auf, ob man den bevorstehenden Herausforderungen gewachsen ist. Ein großer Vorteil bei der Bewältigung der Aufgaben hierzulande sind die zahlreichen Unterstützungen von Seiten des deutschen Staates, die einem den Einstieg in die Elternrolle erleichtern sollen. Der Nachteil der Hilfeleistung liegt allerdings darin, dass die Bürger zum Teil nur unzureichend darüber informiert sind, welche Hilfen ihnen zu welchem Zeitpunkt zustehen und wo sie diese beantragen können.

Paar studiert Unterlagen

Einige der angebotenen Leistungen haben beispielsweise einen strikten Abgabetermin für die Beantragung. Wer diesen nicht einhält oder seinen Antrag möglicherweise unvollständig abgibt, kann die Leistungen nicht mehr rückwirkend geltend machen.

Um bei der Vielzahl an Hilfestellungen auf dem aktuellen Stand zu bleiben, erfordert es viel Zeit und Energie: Zwei Dinge, die besonders in der Schwangerschaft nur begrenzt zur Verfügung stehen. An dieser Stelle setzt der umfassende Ämterfahrplan an. Dieser enthält alle für Eltern relevanten Leistungen und Pflichten, die während der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Geburt eine Rolle spielen. Zusätzlich sind zu jeder Leistung die Voraussetzungen an die Person, der optimale Zeitraum sowie der zugehörige Ort bzw. das Amt, das für die Beantragung zuständig ist, enthalten.

Sofern Dokumente dem Antrag beigelegt werden müssen, ist dies ebenfalls erwähnt. Unterteilt ist die Tabelle chronologisch, in die Zeit vor und nach der Geburt. Die gefetteten Punkte sind die Leistungen, welche nur der sozial schwächeren Bevölkerung (i.d.R. sind damit Hartz IV Empfänger gemeint) zustehen. Vereinzelt können diese auch von Studenten in Anspruch genommen werden. Sollte dies der Fall sein, ist es jedoch nochmal explizit in den Anforderungen an die Person erwähnt.

Ämterfahrplan als PDF herunterladen.

Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass bis auf einige Ausnahmen, wie beispielsweise die Erstellung einer Geburtsurkunde oder die Anmeldung bei der Versicherung, nur wenige verpflichtende Elemente enthalten sind. Das Ziel des Ämterfahrplans hingegen ist es, Ihnen auf organisatorischer Ebene unter die Arme zu greifen und Ihre Schwangerschaft so stressfrei wie möglich zu gestalten.

Vor der Geburt

WasWer?WannWo?Mitzunehmen
Bundesstiftung „Mutter und Kind“Schwangere Frauen in NotlagenFrühzeitig, möglichst zu Beginn der SchwangerschaftCaritas informiert; Antrag bei DRK oder Caritas oder pro familia oder donum vitae oder Schwanger­schafts­beratungs­stellenNachweis für Schwangerschaft, z.B. Mutterpass
HebammenhilfeMütterVor und nach der GeburtHebammen­verzeichnis
Jugendliche Schwanger­schaftshilfe (Arbeitslosengeld II)Jugendliche, unabhängig von Wohnsituation und EinkommenUnverzüglich nach Feststellung der SchwangerschaftJobcenterNachweis für Schwangerschaft, z.B. Mutterpass
KirchenfondsHilfsbedürftige FrauenBis zur 14. SSW; in Ausnahmefällen einige Wochen späterKatholische Beratungsstellen oder pro familia, donum vitaeBeweis für Notlage im persönlichen Beratungsge­spräch, keine Voraussetzungen
Schwanger­schafts­bekleidungMütter + Hartz IV oder in Ausbildung/­StudiumAb 12. SSWJobcenter, ARGE oder SozialamtFormloser Antrag WICHTIG: keine rückwirkende Zahlung; erst Antrag stellen
MehrbedarfMütter+Hartz 4Jederzeit möglich; Zahlung erfolgt in 12. SSWJobcenter, ARGE oder SozialamtFormloser Antrag WICHTIG: keine rückwirkende Zahlung; erst Antrag stellen
ErstausstattungMütter+Hartz IV oder in Ausbildung/ StudiumAb 32. SSWJobcenter, ARGE oder SozialamtFormloser Antrag WICHTIG: keine rückwirkende Zahlung; erst Antrag stellen
Mutterschafts­geld/Mutterschutz­fristberufstätige Mütter7 Wochen vor der Geburt beantragen(GV) Krankenkasse, evtl. Arbeitgeber, (PV) Bundesver­sicherungsamtÄrztliche Bescheinigung (eine Woche vor Beginn), Geburtsurkunde nachreichen
Vaterschafts­anerkennungVäter (möglich für Unverheiratete)Kurz vor oder auch nach der Geburt möglichStandesamt oder Jugendamt oder Amtsgericht oder NotarPersonalausweis, Geburtsurkunde Eltern, Geburtsurkunde Kind nachreichen
Sorgerechts­erklärungMütter & VäterVom Zeitraum vor der Geburt bis zur Volljährigkeit möglichJugendamt (kostenlos) oder beim Notar; muss persönlich abgegeben und öffentlich beurkundet seinPersonalausweis, Mutterpass, Geburtsurkunde Vater
Namenserklärung/ ­-wechselMütter oder Väter3 Monate nach der Sorgerecht­serklärung, sonst nur durch HeiratStandesamt mit zugehörigem GeburtsregisterGeburtsurkunden der Eltern, Nachweis der Eheschließung, Vaterschafts­anerkennung, Nachweis der elterlichen Sorge, Reisepässe oder Ausweise der Eltern
Antrag auf Haushaltshilfeein Elternteil mit Kind unter 12 JahrenWährend der Schwangerschaft und der EntbindungKrankenkasse

Nach der Geburt

Was?Wer?Wann?Wo?Mitzunehmen
Geburtsurkunde (verpflichtend bei Hausgeburt)sorgeberechtigte ElternteileInnerhalb einer Woche nach der GeburtHausgeburt: Standesamt; Wird bei einer Geburt im Krankenhaus automatisch erledigtHausgeburt: Nachweis Arzt oder Hebamme, Geburtsurkunde Eltern (Vater, falls sorgeberechtigt), Personalausweis (besser) oder Reisepass, Bei Nichterscheinen: Vollmacht, Verheiratete: Heiratsurkunde
ElternzeitEltern7 Wochen vor AntrittArbeitgeber
ElterngeldDerjenige mit ElternzeitNach der Geburt, vor Ende der MutterschutzfristZuständige ElterngeldstellenGeburtsurkunde Kind, Personalausweis, Einkommens­nachweis
Krankenver­sicherung Kind (verpflichtend)ein ElternteilUnmittelbar nach der GeburtVersicherungGKV: Geburtsurkunde
KindergeldErziehungs­berechtigteUnmittelbar nach der GeburtKindergeldkasse der Arbeitsämter oder des ArbeitgebersGeburtsurkunde des Kindes
KinderfreibetragElternUnmittelbar nach der GeburtFinanzamt/ BürgerserviceSteuerkarten der Eltern, Geburtsurkunde
EntlastungsbetragAlleinerziehendeUnmittelbar nach der GeburtFinanzamt/ BürgerserviceSteuerkarte, Geburtsurkunde
Kinderzuschlag1 Elternteil, i.d.R. wer Kindergeld beantragtUnmittelbar nach der GeburtFamilienkasse der Bundesagentur für ArbeitVermögensnach­weise dem Antrag entnehmen
Bildungs- und Teilhabe­leistungen1 Elternteil, i.d.R. wer Kindergeld beantragtMit KinderzuschlagFamilienkasse der Bundesagentur für ArbeitVoraussetzung: Kinderzuschlag
Meldung des Kindes + Passantrag (verpflichtend)Erziehungs­berechtigteNach Erhalt der GeburtsurkundeEinwohner­meldeamtPersonalausweis, Geburtsurkunde, evtl. Vaterschaftsan­erkennung
Landes­erziehungsgeld (nur in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen & Sachsen)1 nicht voll erwerbstätiger Elternteil, Aufteilung möglichSpätestens 3 Monate nach Anspruchsbeginn (13. Lebensmonat des Kindes)Regionalstelle ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales)Geburtsurkunde, falls nicht schon bei Elterngeldantrag eingereicht
Unterhalts­zuschuss/ Unterhaltsvor­schussAlleinerziehender ElternteilNach ausbleibender Unterhaltszahlung für max. 72 MonateJugendamt oder Unterhaltsvor­schusskasse (länderspezifische Unterschiede beachten)Geburtsurkunde, Personalausweis, falls vorhanden: Scheidungsurteil, Unterlagen zur Unterhalts­geltend­machung
BeistandschaftAlleinerziehender ElternteilVor Geburt möglich; i.d.R. nach ausbleibender Unterhalts­zahlungJugendamt
Kinder­betreuungs­kosten1 ElternteilRichtet sich nach der Art der BetreuungJugendamt
  • Die gefetteten Felder sind die Leistungen, welche nur der sozial schwächeren Bevölkerung (i.d.R. sind damit Hartz IV Empfänger gemeint) zustehen. Vereinzelt können diese auch von Studenten in Anspruch genommen werden. Sollte dies der Fall sein, ist es jedoch nochmal explizit in den Anforderungen an die Person erwähnt.

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