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Was ist Verstopfung (Obstipation)?

Was ist Verstopfung (Obstipation)?

Verdauungsprobleme (dyseptische Beschwerden) sind weit verbreitet. Heute leidet jeder vierte Erwachsene unter regelmäßigen Darmbeschwerden. Die Verstopfung (Obstipation) zählt dabei zu den häufigsten Verdauungsproblemen, rund 10 Millionen Deutsche sind betroffen - zum Großteil Frauen und ältere Menschen.

Bei seltener Stuhlentleerung verbleibt die Nahrung zu lange im Darm und führt dadurch zu einem vermehrten Wasserentzug. Der Stuhl wird stark eingedickt und verhärtet sich, zudem erschwert das fehlende Stuhlvolumen die Darmentleerung – eine Verstopfung ist entstanden.

Eine Verstopfung wird nicht als eigenständiges Krankheitsbild angesehen, sondern als Symptom für andere Ursachen.

Verstopfungen sind für die Leidtragenden sehr unangenehm und haben oft einen großen Einfluss auf die Lebensqualität. Neben der Verstopfung können auch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit auftreten. Sollten Symptome wie Blut im Stuhl, kolikartige Schmerzen, Fieber, Erbrechen oder schneller Gewichtsverlust auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Die Häufigkeit der Stuhlgänge ist individuell und hängt von vielen Faktoren wie Ernährung, Bewegung oder Stress ab. Als „normal“ gelten Stuhlgänge zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich. Entscheidend für die Beurteilung der eigenen Verdauung ist aber immer das persönliche Wohlbefinden!

Kleine Faustregel: „Wenn Sie seltener als drei Stuhlgänge wöchentlich haben oder dabei Beschwerden haben, deutet dies auf eine Verstopfung (Obstipation) hin.“

Eine Obstipation liegt vor, wenn gefühlt:

  • Die Häufigkeit der Stuhlgänge zu gering ist.
  • Die Menge des Stuhlgangs nicht ausreicht.
  • Der Stuhlgang zu trocken oder hart ist.
  • Der Stuhlgang unter Beschwerden ausgeschieden wird.

Grundsätzlich sollten länger andauernde Verstopfungen ärztlich abgeklärt werden. Dazu kann der Arzt beispielsweise Blut- und Stuhlproben auswerten.
Auch die Darmspiegelung (Koloskopie) die bei einem Gastroenterologen durchgeführt wird, ist eine Diagnosemöglichkeit, wenn die Ursache der Beschwerden weiterhin unklar ist.

Übrigens zählt die Darmspiegelung zu den Vorsorge-Untersuchungen. Gesetzlich Versicherte können diese Leistung zur Erkennung von Darmkrebs ab dem 56. Lebensjahr auch beschwerdefrei kostenfrei in Anspruch nehmen. Besteht eine familiäre Vorbelastung, trägt die Krankenkasse die Kosten der Darmspiegelung auch früher.

Formen der Verstopfung – akut oder chronisch?

Verstopfungen können sich hinsichtlich der Dauer und der Ursache stark voneinander unterscheiden und können akut oder chronisch verlaufen. 

Akute Verstopfungen treten spontan auf und dauern nur wenige Tage an. Die Ursachen sind vielfältig und werden häufig durch veränderte Lebensumstände wie beispielsweise Stress, Ernährungsumstellungen, ungewohnte Nahrung und Klimaveränderungen auf Reisen, bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Bettlägerigkeit ausgelöst.

Chronische Verstopfungen entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Chronisch wird es dann, wenn der Stuhlgang regelmäßig länger ausbleibt oder erschwert ist und dies über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten hinaus.
Betroffene leiden oftmals unter einem unangenehmen Völlegefühl, einer großen Anstrengung beim Stuhlgang oder einem Gefühl der unvollständigen Darmentleerung.
Eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Verstopfung ist der sogenannte Reizdarm. Wobei sich beim Reizdarmsyndrom auch Verstopfungen mit Durchfällen abwechseln können.

Die chronische Obstipation ist mittlerweile eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten der westlichen Industrienationen. Tatsächlich sind Frauen geschätzt doppelt so häufig betroffen wie Männer. Wie viele Menschen genau unter Verstopfungen leiden, ist nicht bekannt, da viele Betroffene aus falscher Scham heraus keinen Arzt aufsuchen mögen. 

Ursachen Verstopfung

Der Verdauungstrakt ist ein sensibles Organsystem, das leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann. Stress, Schichtarbeit, Bewegungsmangel, Hektik, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder eine ballaststoffarme Ernährung können die Darmfunktion stören.
Ob die gerade angeführten Punkte jedoch alleinig als Verstopfungsursache in Betracht gezogen werden können, ist unsicher. Wahrscheinlich ist jedoch eine Neigung zu Verstopfungen, die wir mit unserem Lebensstil beeinflussen können.

Neben den aufgeführten individuellen Einflüssen können weitere Faktoren auslösende Ursachen für eine Verstopfung sein:

  • Veränderter Hormonhaushalt bei Frauen:
    Frauen leiden etwa doppelt so häufig unter Obstipationen als Männer. Der sich ädernde weibliche Hormonhaushalt vor der Regel, während Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren kann Verstopfungen mit sich bringen. 
    Gerade Frauen neigen dazu sich hintenanzustellen – dem regelmäßigen und ruhigen Toilettengang wird oftmals nicht genug Zeit geschenkt.
  • Alter:
    Die Häufigkeit von Verstopfungen nehmen mit steigendem Lebensalter oftmals zu. Dies liegt an einem sich verändernden Darm. Er wird dehnungsfähiger und dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Stuhl länger im Darm verbleibt und mehr Flüssigkeit entzogen wird.
    Faktoren wie Muskelabbau durch mangelnde Bewegung, Medikamente, die eher im höherem Alter verschrieben werden, eine ballaststoffarme Ernährung sowie eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können ebenso eine Verstopfung mit sich bringen.

  • Erkrankungen:
    „Sekundäre Verstopfungen“ nennt man Verstopfungen, die durch Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden. 
    Zu diesen Erkrankungen zählen Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder Polypen, Nerven- oder Muskelerkrankungen, Störungen im Hormonhaushalt wie beispielsweise bei Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen oder Analerkrankungen wie Hämorrhoiden.

  • Medikamente:
    Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann unerwünschte Nebenwirkungen mit sich führen. Medikamente die Verstopfungen hervorrufen können, sind beispielsweise Schmerzmittel, Bluthochdrucksenker, Antidepressiva, Beruhigungsmittel oder Eisenpräparate.

Falls Sie also Medikamente einnehmen müssen, prüfen Sie deren Nebenwirkungen und sprechen gegebenenfalls Ihren Arzt an. Keinesfalls sollten verordnete Arzneimittel eigenständig abgesetzt werden!