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Blutdruck

Als Blutdruck wird die Kraft pro Fläche bzw. der Druck des Blutes auf Gefäßwände der Venen, Arterien und Kapillaren bezeichnet, der durch den Herzschlag ausgelöst wird. Im Sprachgebrauch ist mit dem Begriff Blutdruck jedoch nur der Druck in den größeren Arterien gemeint.

Aufgabe des Blutdrucks ist es, die Blutzirkulation im gesamten Organismus sicherzustellen, um ihn ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Ein gesunder Körper reguliert den Blutdruck dynamisch, das heißt bei Bedarf durch eine erhöhte Herzleistung sowie durch Eng- oder Weitstellung der Adern (Widerstandsgefäße).

Der Druck des Blutes wird in etwa auf Höhe des Herzens gemessen und wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder in kPa (Kilopascal) ausgedrückt.

In Ruhe schlägt das Herz etwa 70 Mal pro Minute, dabei spannt sich der Herzmuskel an und erschlafft dann wieder. Bei der Anspannungsphase des Herzens (Systole) ziehen sich die Herzkammern zusammen und pumpen das Blut aus dem Herzen über die Aorta in den Lungen- und Körperkreislauf. Wenn sich das Herz am stärksten zusammengezogen hat, ist der Blutdruck am höchsten. Dieser Wert wird als systolischer Blutdruck bezeichnet.

Bei der Entspannungsphase des Herzens (Diastole) weiten sich die Herzkammern wieder und füllen sich erneut mit Blut. In dieser Phase wird kein Blut in den Lungen- und Körperkreislauf gepumpt. In der Folge sinkt der Blutdruck. Der niedrigste Wert des Druckes wird als diastolischer Blutdruck bezeichnet. 

Deshalb werden bei einer Blutdruckmessung immer 2 Werte angegeben, zum Beispiel mit 120/80 mmHg (wörtlich: 120 zu 80) angegeben. Der erste Wert gibt die Systole, der zweite Wert die Diastole an.

Physiologische („normale“) Blutdruckwerte liegen bei 120/80 mmHg. Faktoren wie das Alter, das Geschlecht und die körperliche Verfassung beeinflussen diese Werte. Liegen bei einer Blutdruckmessung die Werte dauerhaft über 150/90 mmHg vor, wird von Bluthochdruck (Hypertonie) gesprochen.  

Ein niedriger Blutdruck liegt vor, wenn die Werte bei Frauen unter 100/60 mmHg liegen und bei Männern unter 105 mmHg/65 mmHg.

Die Blutdruckmessung ist ein wichtiges diagnostisches Mittel, um gesundheitliche Beeinträchtigungen der Herz- und Kreislauffunktionen rechtzeitig zu erkennen.

Einteilung Blutdruckwerte - Blutdrucktabelle

Blutdruckwerte sind auch altersabhängig, in jungen Jahren sind sie niedriger als im Alter. So haben Säuglinge einen normalen Blutdruck bei 85/65 mmHg, 6-jährige bei 95/60 mmHg und 14-jährige etwa bei 110/70 mmHg.

Bei Erwachsenen gilt ein Blutdruck von 120/80 als optimal, Werte unter 105/65 gelten als niedriger Blutdruck (Hypotonie) und Werte die 140/90 übersteigen werden als Bluthochdruck (Hypertonie) eingestuft. Die folgende Tabelle dient der Beurteilung des Blutdrucks.

Blutdrucktabelle

Systole (mmHg)
(1. Messwert)Diastole (mmHg)
(2. Messwert)
Niedrig<105<65
Optimal<120<80
Normal<130<85
Hoch-normal130-13985-89
Hypertonie Grad 1140-15990-99
Hypertonie Grad 2160-179100-109
Hypertonie Grad 3>179>109

Natürliche Blutdruckschwankungen

Tatsächlich ist unser Blutdruck nicht immer konstant, sondern passt sich im Laufe des Tages an die Gegebenheiten an. Das Lebensalter, das Geschlecht sowie die Tageszeit sind Faktoren die wir dabei nicht beeinflussen können. Aber auch Ernährung, Körpergewicht, körperliche und seelische Belastungen oder bestimmte Medikamente lassen den Blutdruck schwanken.

Körperliche oder psychische Belastungen lassen die Blutdruckwerte ansteigen, in ruhigen Tagesphasen sinkt dagegen der Blutdruck, damit sich das Herz wieder erholen kann. Blutdruckschwankungen sind daher meist eine natürliche Anpassung des Körpers an die täglichen Beanspruchungen und pendeln sich bei gesunden Menschen schnell wieder ein.

Bei auffälligen Blutdruckschwankungen kann es sinnvoll sein, zu verschiedenen Tageszeiten den Blutdruck zu messen oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchzuführen.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Der chronische Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems und zählt zu den Hauptrisikofaktoren einer Arteriosklerose und somit für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Besonders Herz, Gehirn, Nieren und Augen können unter einer dauerhaften Druckbelastung der Arterien leiden. Die arterielle Hypertonie sollte immer ärztlich kontrolliert und wenn ein gesunder Lebensstil nicht ausreichend ist den Blutdruck zu senken, gegebenenfalls medikamentös behandelt werden. 

Nach internationaler Definition liegt ein Bluthochdruck Grad 1 vor, wenn die Werte dauerhaft über 140/90 mmHg liegen. Als schwere Hypertonien werden Werte über 180/110 mmHg bezeichnet. 

In Deutschland leiden nach Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga etwa 35 Millionen Menschen unter Bluthochdruck – viele ohne überhaupt davon zu wissen, denn
Bluthochdruck verursacht keine Schmerzen.

Bei einem Großteil der Erkrankten liegt keine eindeutige Ursache vor, dann ist von einem primären Bluthochdruck die Rede. Selten ist ein sekundärer Bluthochdruck, der sich  aufgrund einer eindeutigen Grunderkrankung wie beispielsweise der Nieren oder des Hormonsystems bildet. Vorrangiges Ziel ist es dann, diese Grunderkrankung zu therapieren.

Auch Medikamente wie Appetitzügler, nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Diclofenac) oder die Antibaby-Pille können eine Blutdruckerhöhung als Nebenwirkung haben. Risikofaktoren für Hypertonie können des weiteren Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum oder Stress sein.

Blutdrucksenker – Betablocker, ACE-Hemmer + Co.

In manchen Fällen reicht auch ein gesunder Lebensstil nicht aus, einen erhöhten Blutdruck zu verhindern, bzw. zu senken. Bei kritisch erhöhtem Bluthochdruck gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, beispielsweise Betablocker, Diuretika oder ACE-Hemmer.

Welcher Blutdrucksenker verordnet wird, ist vom Arzt individuell zu bestimmen. Denn die Wirkstoffgruppe ist von Vorerkrankungen und der Höhe des Blutdrucks abhängig.

Blutdrucksenker können eine Hypertonie nicht heilen, sondern nur im gewissen Rahmen senken.

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Von einem niedrigem Blutdruck wird gesprochen, wenn die gemessenen Werte bei Frauen unter 100/60 mmHg und bei Männern unter 110/70 liegen.

Bei einem niedrigen Blutdruck wird im Verhältnis zur Blutgefäßweite zu wenig Blut aus dem Herzen gepumpt. Somit kann es passieren, dass der Blutdruck nicht mehr ausreicht, das Gehirn ausreichend mit Blut bzw. Sauerstoff zu versorgen. Besonders bei langen Stehzeiten oder schnellem Aufstehen kann es dann zu Schweißausbrüchen, Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen führen.  

Bei einer Hypotonie ist nicht wie bei der Hypertonie mit gefährlichen Folgekrankheiten zu rechnen, allerdings können die typischen Symptome wie Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Augenflimmern, Ohrensausen oder sogar eine Ohnmacht gefährlich sein und einschränkend wirken.

Grundsätzlich bedarf es bei einer Hypotonie nicht zwangsläufig einer Medikamentengabe, es sei denn die Begleiterscheinungen sind zu stark. Vielen Betroffenen ist schon mit einfachen Verhaltensregeln wie morgendlichen Wechselduschen, langsamen Aufstehen oder das Trinken von Kaffee oder Tee geholfen.

Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, sollte aber dennoch einen Arzt aufsuchen, um behandlungsbedürftige Erkrankungen als Ursache auszuschließen. 

Der Blutniederdruck kann erblich bedingt sein, kann aber auch durch Stress oder Überbelastung der Nervenzellen hervorgerufen werden. Besonders häufig sind Jugendliche und sehr schlanke Frauen betroffen.

Blutdruck richtig messen

Die Blutdruckmessung zählt zu den Routineuntersuchungen beim Arzt. Es werden zwischen der direkten und indirekten Druckmessung unterschieden.
Die direkte Blutdruckmessung wird in der Regel nur in der Intensivmedizin durchgeführt und ist eine sehr genaue und langfristige Messung. Dabei wird mittels eines Druckfühlers direkt in einem Blutgefäß der arterielle Blutdruck am Monitor dargestellt.
Bei der indirekten Messung nach Scipione Riva-Rocci, dem italienischen Erfinder der Blutdruckmanschette, wird mithilfe einer Manschette an einer Extremität, meist am Oberarm, der arterielle Druck gemessen.

Gerade wer zu Bluthochdruck neigt, sollte seine Werte regelmäßig überprüfen. Dazu müssen Sie jedoch nicht immer zum Arzt gehen, sondern können mithilfe eines Blutdruckmessgerätes Ihren Blutdruck selbst messen.

Tipps - Blutdruckmessung zu Hause

Oftmals sind gerade die zu Hause gemessen Werte langfristig aussagekräftiger, da Patienten in der Praxis eher aufgeregt sind als zu Hause und dies die Blutdruckwerte verfälschen kann. Als sehr praktisch für zu Hause haben sich automatische Blutdruckmessgeräte für Oberarm oder Handgelenk erwiesen.
Wer am Handgelenk misst, sollte unbedingt darauf achten, während der gesamten Messung den Arm bewegungslos und immer im gleichen Winkel auf Herzhöhe zu halten. Oftmals wird dies nicht beachtet, so dass es zu fehlerhaften Messergebnissen kommen kann. Etwas einfacher ist daher die Messung am Oberarm, da hier der Arm nur locker beispielsweise auf einem Tisch aufliegen sollte.

Tipps für die richtige Blutdruckmessung zu Hause:

  • Kaufen Sie der Messgenauigkeit halber möglichst nur Geräte, die mit einem Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga ausgezeichnet wurden.
  • Tragen Sie Ihre regelmäßig gemessenen Blutdruck- und Pulswerte in Ihren Blutdruckpass oder Heft ein und nehmen dieses zu Ihrem Arztbesuch mit.
  • Sinnvoll ist eine Messung immer zur gleichen Tageszeit, z. B. morgens, bevor Sie schon eventuell blutdruckbeeinflussende Medikamente einnehmen müssen oder abends.
  • Messen Sie immer an dem Arm, der einen höheren Blutdruck aufweist (nur bei den ersten Messungen ist ein Vergleich von rechts und links notwendig). Tatsächlich können dabei Unterschiede von bis zu 20 mmHG auftreten.
  • Achten Sie auf die richtige Manschettengröße, falsche Größen können Ergebnisse verfälschen. Eine Umfangmessung des Oberarms ist ratsam.
  • 30 Minuten vor der Messung sollten Sie nicht rauchen, Kaffee trinken, essen oder Sport treiben.
  • Machen Sie vor jeder Blutdruckmessung eine kurze Pause von 3-5 Minuten.
  • Setzen Sie sich bequem hin (die Beine bitte nicht übereinanderschlagen) und legen den Unterarm, mit der Handinnenfläche nach oben, auf einen Tisch ab.
  • Legen Sie die Manschette am Oberarm immer auf Herzhöhe an. Bitte nicht zu stramm oder locker anlegen – es sollte noch ein Finger gut unter die Manschette passen.
  • Wenn Sie Ihren Blutdruck am Handgelenk messen, stützen Sie den Ellbogen leicht auf einem Tisch ab und heben das Handgelenk auf Herzhöhe.
  • Verhalten Sie sich während der Messung ruhig, d. h. möglichst wenig bewegen und nicht sprechen oder lachen
  • Empfehlenswert ist immer eine 2. Messung nach 2-3 Minuten. Notieren Sie sich den niedrigeren Wert in Ihren Blutdruckpass.

24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeit-Blutdruckmessung)

In manchen Fällen empfiehlt der Arzt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Zum Beispiel bei Verdacht auf tageszeitlichen Blutdruckschwankungen oder um Werte im Alltag bei Stress oder Bewegung zu dokumentieren. Die Langzeit-Blutdruckmessung ist auch deshalb sinnvoll, um die nächtliche Blutdruckabsenkung dokumentieren zu können. Nachts sollten die Blutdruckwerte natürlicherweise deutlich niedriger sein, damit eine Blutdruck-Erholung stattfinden kann.

Bei der Langzeitmessung wird der Blutdruck mittels eines tragbaren Oberarmmessgerätes 24 Stunden lang regelmäßig und automatisch gemessen und gespeichert. Das Messgerät wird von der Arztpraxis morgens angelegt und am nächsten Morgen dort einfach wieder abgegeben. Der Patient trägt während der Langzeit-Blutdruckmessung lediglich die Manschette am Oberarm und ein kleines Messgerät mit sich.

Tagsüber pumpt sich die Manschette ungefähr alle 15 bis 30 Minuten selbst auf und nimmt die Messung vor. Auch nachts werden die Messungen, meist jedoch mit einem etwas größeren zeitlichen Abstand, fortgeführt.
Damit der Arzt die Messergebnisse richtig beurteilen kann, ist es wichtig, dass der Patient ein Protokoll während der 24-Stunden-Blutdruckmessung über seine Aktivitäten und besondere Vorkommnisse sorgfältig führt.  

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