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ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitässtörung) ist eine der häufigsten neurobiologischen Störungen bei Kindern, die sich auf viele Bereiche des Lebens auswirkt. 

Bei einer Aufmerksamkeitsstörung ist das Gleichgewicht von Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin im Gehirn verändert. Besonders bemerkbar macht sich das in den Bereichen Konzentration, Wahrnehmung und Impulskontrolle.

Schon vor dem 6. Lebensjahr tritt die Aufmerksamkeitsstörung über mindestens ein halbes Jahr ununterbrochen auf. Hauptsymptome sind ausgeprägte Impulsivität, Unaufmerksamkeit sowie Hyperaktivität. Eine ADHS liegt auf keinen Fall an mangelnder Intelligenz. Ob wirklich eine ADHS vorliegt, muss durch Kinderärzte oder erfahrene Kinder- und Jugendpsychiater diagnostiziert werden. Geschätzt werden in Deutschland etwa 500.000 erkrankte Kinder. Wobei das männliche Geschlecht etwa 4-mal häufiger betroffen ist als das Weibliche.

Symptome einer ADHS

Kinder mit ADHS sind meist unaufmerksam und unkonzentriert, sind sehr impulsiv und oft extrem unruhig - bis hin zur Hyperaktivität. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen auch nicht immer in der Gesamtheit auftreten.

Durch ihr auffälliges Verhalten können Kinder mit ADHS sowohl das häusliche Umfeld als auch in der Schule stören. Sie lassen sich im Unterricht leicht ablenken, sind schnell unmotiviert, reagieren häufig gereizt und lernen langsam und unsystematisch.

Oft sind Kinder und Jugendliche in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt und haben deshalb schulische Probleme. Sie finden aufgrund ihres „anstrengenden“ Verhaltens schwer Freunde. Dies kann sich auch im Laufe der Jahre so fortsetzen, denn tatsächlich bleibt die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitässtörung bei mehr als der Hälfte der Erkrankten auch im Erwachsenenalter bestehen. Allerdings treten dann eher Symptomen wie Vergesslichkeit, Unorganisiertheit oder Gedankenlosigkeit auf.

Gewisse Umstände können die Symptome und Verhaltensauffälligkeiten einer ADHS verstärken. Dazu zählen zum Beispiel beengte Wohnraumverhältnisse, ständiger Lärm, ein gestörtes Familiengefüge und fehlende Strukturen im Alltag. Auch eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen oder Omega-3-Fettsäuren, Bewegungsmangel und eine zu lange Mediennutzung sollten vermieden werden.

Unterschied ADHS und ADS

Sowohl bei der ADHS als auch der ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) liegt eine Aufmerksamkeitsstörung vor. Bei Kindern mit ADHS kommt neben der Impulsivität und der Unaufmerksamkeit auch noch eine Hyperaktivität dazu. Jungen neigen aufgrund der Hyperaktivität zu einer ADHS, Mädchen fallen eher durch ein träumerisch-in sich gekehrtes Verhalten mit ADS auf.

Ursachen der ADHS

Alle Ursachen für die Entstehung einer ADHS sind noch nicht geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenspielen müssen.

Als gesichert gelten eine genetische und neurobiologische Disposition. Studien zeigen, dass unser Genmaterial bis zu 70 % Einfluss auf die Entstehung einer ADHS haben. Eine familiäre Häufung der Aufmerksamkeitsstörung ist häufig vorzufinden. 

Auch Umweltgifte wie Pestizide oder Kontakt mit Phthalaten (Weichmacher in Kunststoffen) sowie Alkohol- und Nikotinkonsum während der Schwangerschaft können Risikofaktoren für die Entstehung einer ADHS sein.

Begleiterkrankungen der ADHS

Leider entwickeln sich bei einem Großteil der ADHS-Betroffenen zusätzliche Störungen, da sie starken Belastungen ausgesetzt sind. Diese Erkrankungen werden als eigenständige Krankheitsbilder eingestuft und sollten gesondert behandelt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen können folgende Begleiterkrankungen gehäuft auftreten:

  • Rechenstörung (Dyskalkulie)
  • Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
  • Motorische Entwicklungsstörungen
  • Aggressive Störungen
  • Tics
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungen

Bei vielen Erwachsenen mit ADHS ändern sich die Symptome. Grundsätzlich nimmt die körperliche Rastlosigkeit ab, dafür entwickelt sich meist eine innere Unruhe. Depressionen, Schlafstörungen, ausgeprägte Ängste und Zwangsstörungen können die Folge sein. Außerdem ist eine gehäufte Neigung zu Suchtentwicklungen auffällig.

Behandlung, Therapie, Medikamente bei ADHS

Ist die Diagnose „ADHS“ sicher festgestellt worden, gilt es verschiedene Behandlungsarten individuell zu kombinieren.

Zunächst kann im sozialen Umfeld eine Psychoedukation, mit umfassender Aufklärung und Beratung stattfinden. Diese kann in der Familie, im Kindergarten oder der Schule statt finden.  Schulbegleiter oder Integrationshelfer stehen bei Bedarf ebenfalls zur Verfügung. Zudem können Ernährungsberatung, Ergotherapie, Psychotherapie oder eine Familientherapie in Anspruch genommen werden.
   
Auch die medikamentöse Therapie von ADHS ist mit Medikamenten unterschiedlichster Wirkweise in Deutschland möglich. Ob eine Medikamentengabe überhaupt nötig und sinnvoll ist, entscheidet ein auf ADHS spezialisierter Arzt. Wird eine medikamentöse Behandlung durchgeführt, sollten regelmäßig Auslassversuche und Erfolge dokumentiert werden. 

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