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Krill – Aussehen und Lebensweise

Der Krill gehört zur Gruppe des Zooplanktons. Weltweit gibt es insgesamt 85 Arten von Krill, aber der Antarktische Krill (Euphausia superba) gilt als der wohl bekannteste.

Im Antarktischen Ökosystem kommt dem Krill die zentrale Schlüsselstellung zu. Er ist die schier unerschöpfliche Nahrungsquelle in den kalten Gewässern der Antarktis. Besonders Wale, Pinguine, Seevögel, Robben aber auch Schwarmfische wie Heringe, Makrelen oder Thunfische ernähren sich vom Antarktischen Krill. Die überaus passende Bezeichnung „Krill“ stammt aus Norwegen und bedeutet soviel wie „Walsuppe“ - man fand im Magen eines Wals etwa fünf Millionen Exemplare des Krebses.

Der Antarktische Krill gehört zu den Leuchtgarnelen und ist die größte und meistvertretene Art dieser Krebsgruppe. Der Krill wird bis zu 6 cm groß und wiegt ausgewachsen zwischen 1 und 2 Gramm. Für seine Körpergröße kann der Antarktische Krill ein hohes Alter von bis zu 6 Jahren erreichen.

Die garnelenförmigen Krebstiere gehören zu den Schwarmtieren. Eine große Rolle für die Schwarmbildung scheint das Leuchtvermögen des Krills zu sein. Der Krill ist mit 10 Leuchtorganen am Körper ausgestattet, die ein bläuliches Licht aussenden. Aufgrund der großen und leistungsfähigen Augen des Krills, können die Leuchtblitze des Nachbarn sehr gut wahrgenommen werden. Sollte ein Krill vom Schwarm abgekommen sein, muss er sich nur an den Blitzen seiner Artgenossen orientieren.

Da er ansonsten auf den Boden sinken würde, ist der Krill permanent in Bewegung. Wenn die Tiere vor Fressfeinden fliehen, schaffen sie im Rückwärtsgang unglaubliche 60 cm in der Sekunde.

Algen und Plankton – der Speiseplan des Krills

Der Antarktische Krill zählt in erster Linie zu den Pflanzenfressern. In den Sommermonaten ernährt er sich im südlichen Ozean von im Wasser schwebenden Algen.

Im Winter wird es auch für den Krill schwer, Nahrung zu finden. Er nimmt dann vorwiegend Eisalgen zu sich, die er an der Unterseite des Packeises findet. Außerdem geht man heute davon aus, dass auch kleinstes Plankton auf dem Speiseplan des Krills steht.

Studien belegen, dass der Krill auf Energiespeicher des eigenen Körpers zurückgreifen kann, denn er kann bis zu 200 Tage ohne Nahrung überleben. Bei geringer Nahrungsaufnahme schrumpft der Körper des Krills, allerdings bleibt die Größe der Augen erhalten. So erkennt man schnell den Grad der Ernährung des Krills. Der garnelenförmige Krill ist heute so geschätzt, weil er in sehr sauberen, schadstoffarmem Wasser heranwächst und am Anfang der Nahrungskette steht.

Durch die Ernährung mit Mikroalgen nimmt der Krill wertvolle Omega-3-Fettsäuren in unverfälschter Reinheit auf.

Riesige Krill-Schwärme

Ein Krill kommt selten allein: Sie leben in riesigen Schwärmen, die sich über mehrere Kilometer erstrecken können. Sobald sie an der Oberfläche erscheinen, fallen ihre Fressfeinde wie Seevögel oder Bartenwale über sie her – ein Naturschauspiel.

In den Sommermonaten können große Schwärme das eisige Wasser der Antarktis aufgrund ihrer markanten Färbung rot erscheinen lassen. Die Rotfärbung der Tiere ist auf das wertvolle Carotinoid Astaxanthin zurückzuführen. Den Farbstoff Astaxanthin nimmt der Krill in hoher Konzentration durch die Nahrung auf.

Der Grund für die enorm großen Schwärme liegt darin, dass die antarktischen Gewässer eines der größten Konzentrationsgebiete für Plankton, dem Hauptnahrungsmittel des Krills, darstellen. Mit rund 500 Millionen Tonnen Biomasse ist Krill die am stärksten vertretene Tiergattung der Erde.

Gefangen werden dürfen von dieser unglaublichen Anzahl des Krills jährlich nur etwa 0,03 %. So wird der Arterhalt des Antarktischen Krills sichergestellt.